schneewanderer
Lyrik
29. September 2020
redselig
immer
dieses
staunen
über dich
leben
was du zu
sagen hast
selbst in
meinem schweigen
erste stimme
immer
die letzte
© schneewanderer
zeitmaschine
morgen
war schön
du
die frau
meiner kinder
endlich
einen menschen
umgebracht
kein suchen
mehr nach
worten
sie finden mich
ohne angst
meine hand
greift ins leere
sucht sie dich
menschen
sind nicht
mehr erinnerung
sie leben
reden
lachen
mit uns
für s.
© schneewanderer
28. September 2020
ausflug
wir gingen
durch den herbst
seinen anfang
voller worte
schweigend
der sonntag
war danach
uns war danach
der schritt
sicher
das vertrauen
tat es ihm nach
das ist meine
vorstellung
an diesem
montagmorgen
dem tag danach
dem tag ohne ausflug
warum dann aber
meine nassen schuhe
deine hand
die immer noch
in meiner liegt?
für s.
© schneewanderer
26. September 2020
sehnsucht III
dieser feine
süße stachel
er weckt mich
am morgen
lange vor
dem ersten wort
lange vor dir
ewiger begleiter
auf meinem weg
er hält schritt
mit mir
wartet auf mich
werde ich langsamer
dann gehen wir
gemeinsam weiter
hin zu dir
für s.
© schneewanderer
25. September 2020
25.09.2020
hindern
den sommer
am gehen
hindern
den traum
dich zu wecken
möglich
wenn ich es
mir vorstelle
das stelle ich
mir vor
im regen
während du
schläfst
für s.
© schneewanderer
24. September 2020
apparatur
genauer
ihr blick
härter
ohne mitleid
noch
fließt das blut
zwischen den
narben
sie sieht es nicht
aber es
hilft
mir mein
eigenes bild
zu machen
bone scan
23.09.2020
© schneewanderer
seither
geteilt
was zu
teilen ist
unter menschen
was möglich
was uns
ausmacht
als mensch
seither
blicke ich
anders auf
diese welt
auf dich
auf mich
sehe
was gesehen
werden will
für s.
© schneewanderer
23. September 2020
verdacht
es muss leben sein
ehrliches
einfaches
leben
es begrüsst dich
am morgen
begleitet dich
durch den tag
schenkt dir schlaf
macht dich ruhiger
es trägt wieder
deinen namen
für s.
© schneewanderer
22. September 2020
ketzer
zu wem
beten sie?
einem baum
welchem?
zu allen
alle werden
sie verschwinden
ja
danach
an wen glauben
sie dann?
einen baum
einen der war
wiedergeboren
wird
© schneewanderer
irgendwo
noch
an keinem
ende angelangt
die nacht
viel an leben
viel an leid
aber
tag kommt
ohne leid
mit der vorstellung
von glück
irgendwo hier
teile ich
meine hoffnung
mit dir
für s.
© schneewanderer
21. September 2020
wesen
nahe
alles
alles
spüren müssen
spüren wollen
du
eine mit
dem recht
sich mensch
zu nennen
für s.
© schneewanderer
20. September 2020
brief an john VII
die nächsten
die von gestern
schauen auf dich
du hast ihnen
den hass genommen
war er je vorhanden
einer dem
andere
fremde
leben
wichtiger waren
als das eigene
© schneewanderer
innenansicht
immer
dieses staunen
wie weit
der blick
gehen kann
wie weit
er reicht
von einer seele
zu anderen
nie müde davon
wach von dir
für s.
© schneewanderer
19. September 2020
hass
wissen
wo er begraben
liegt
ihn auferstehen lassen
brauche ich ihn
er kennt
meinen namen
ich erkenne
seine stimme
© schneewanderer
gebrochenes licht
es bleibt
für immer
trotz der
bemühungen
es zu brechen
den menschen
fällt
steigt
erhebt
sich
ins leben
nimm es wahr
weil die wahrheit
sich nicht brechen lässt
für s.
© schneewanderer
18. September 2020
lesen
mit dem blick
tief
tiefer als
manchmal gut
aber er muss
sein
darf
damit lesbar
wird was
geschrieben
von einer seele
in die andere
für s.
© schneewanderer
17. September 2020
brief an john VI
der dich
bettete
auf sägespäne
mit junger hand
half deinen sarg
zu zimmern
noch ist er zeuge
weiss um kalte tage
weiss um einen menschen
der dieser kälte widersprach
für john
für eugen
© schneewanderer
licht
es ist da
unbemerkt
versteckt
wirft
schatten
weit
nie weit genug
für s.
© schneewanderer
16. September 2020
brief an john V
der wald
gnädig
zu dir
bunt bald
jeder baum
verneigt
sich
vor deinem opfer
jedes blatt
will diesen
einen wintertag
ungeschehen machen
für john t. macerlane
pilot einer b - 17
gestorben im januar 1945
© schneewanderer
freiheit
nimm nicht
die letzte
sie nimmt
dich mit
nimm die
vorher
alle vorher
eine dabei
die hält dich
für s.
© schneewanderer
14. September 2020
fünfzehnte rede
meinen mut
schneide ich
mir aus
der seele
mein vertrauen
meine hoffnung
alles was du
entbehrst
bereite ein mahl
lade dich ein
an meinem tisch
in diesem leben
in jedem leben
für s.
© schneewanderer
phönix
du bist
dir
asche
feuer
flug
fallen
sich erheben
aufsteigen
weil
ein himmel
dich kennt
für s.
© schneewanderer
13. September 2020
brief an john IV
der letzte brief
zu weihnachten
mit ihm hat dich
das glück
der iren
verlassen
du hast es
verschenkt
an einem wintertag
weit weg von st. paul
weit weg von deiner mutter
die es empfingen
leben heute noch
dankbar
bis auch sie
glücklos
für john t. macerlane
gefallen im Januar 1945
© schneewanderer
rück(sicht)nahme
zurücknehmen
die farbe meiner augen
das eine oder andere wort
seinen wert
manchen traum
aber es geht nicht
die welt ohne blau dann
ohne buchstaben
die sich umarmen
ohne das
was alles zusammen hält
es würde zerbrechen
was nicht zerbrochen
werden darf
für s.
© schneewanderer
11. September 2020
vierzehnte rede
die welt anhalten
gerade jetzt
weil du schläfst
keinen besseren grund
an den ich denke
und an dich
für s.
© schneewanderer
9. September 2020
aufenthalt
zwischen
mond
und tag
unsere rede
vertaut
die stimme
des anderen
als ruhte sich aus
der mond
die nacht
in den armen
des anderen
für s.
© schneewanderer
7. September 2020
Kate Conroy McErlane
dein sohn
in fremder erde
für eine zeit
er fiel
in weichen schnee
immer noch zu hart
hätte ich dir
doch erzählen
können
vom fein
gearbeiteten sarg
dem respekt
vor deinem sohn
aber du kannst es lesen jetzt
der mutter
ihrem sohn
© schneewanderer
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