schneewanderer
Lyrik
30. März 2023
krähenmorgen
allem
widersprechen
dem regen
der schwerkraft
der härte
einer nußschale
einzige sonne
am vorletzten
tag im märz
laute sonne
mit
schwarzen
glänzenden
federn
© schneewanderer
27. März 2023
all die müden pferde
in seinem schlaf
im wachsein
keine grenze
dazwischen
kehrt er heim
nach pommern
zu seinen jungen jahren
zum maibaum
den feldern
die alten pferde
tränken
am fluß
erst danach
der krieg
das bergwerk
in frankreich
dieser unstillbare
hunger
nach rückkehr
ein verlangen
dass schon
achtundneunzig jahre
anhält
herrn r. gewidmet
https://youtu.be/1wif9RnARys
© schneewanderer
25. März 2023
erstflug
so scheu
verlegen
die ersten worte
aber mit
dem wissen
nur verstehen
trägt sie
dorthin
dort
wo kein mensch
verstehen muß
© schneewanderer
24. März 2023
überbewertet
das bißchen blut
trauer
die
immer
irgendwie
auszuhalten
war
die heimtückische
sehnsucht
das allzu
blinde vertrauen
dieser sinn
in allem
dieses maß genommen
kein besseres
gefunden
© schneewanderer
21. März 2023
planlos
fest entschlossen
den meisen
zu lauschen
wie schlecht
das moos
geworden ist
den kirschbaum
bestaunen
das alte
weiche
stück holz
halten
mich dabei
ertappen
zu denken
es ist gut so
keinem anderen
verrate ich
diesen plan
© schneewanderer
20. März 2023
kurzfilm
mit der schule
im dorf geblieben
kurz danach
ein mädchen
gehalten
ein gewehr
das vertrauen
grenzenlos
die jugend
ahnungslos
nun
ein wimpernschlag
alles ist wieder da
gleichzeitig
verschwunden
ein bild
verzerrt
aber
so wahr
mit ihm
schlafe ich ein
wache auf
© schneewanderer
19. März 2023
leibgericht
erfahrung
stark verwässert
mit neugierde
eine prise zuversicht
sparsam gehaltene
resignation
eine spur
zuviel träume
gemischt mit
undefinierbarem vertrauen
immer großzügig
in den portionen
sei gast
an meinem tisch
leben
© schneewanderer
17. März 2023
tagtraum
irgendein meer
ein beliebiger berg
wechselnde wasser
beständige schluchten
unter einem baum
im warmen sand
endlich wieder schnee
keine worte
mehr brauchen
sie dennoch suchen
wie den tag
den mensch
© schneewanderer
16. März 2023
seegang
keine spur
von salz
tote weiden
an den gräben
dort spiegeln
sich
wolken
erst später
traut sich
das licht
dazu
sprach
zu den fischen
den bäumen
die antwort
liegt nun
auf dem
grund
dauerndes
geheimnis
das nicht
behütet
werden will
© schneewanderer
märzstück
was kommt
wird sonne
werden
zwei meisen
als gast
vor dem fenster
tage
ohne bestimmung
ihnen folgen
auf ihrem weg
auf meinem
mit dem
alten vertrauten
der jungen hoffnung
dem nicht
wissen können
dem nicht
wissen wollen
© schneewanderer
15. März 2023
lebenslauf unvollständig XVI
nichts
wirklich gelernt
nie sind
mir flügel
gewachsen
stattdessen
stacheldraht
gezogen
buchungssätze
ignoriert
gelernt
daraus
wir fliegen
wann wir wollen
wohin wir wollen
weil
phantasie
rostet nicht
worte tragen
diese welt
in ihren armen
wir
wesen
ohne federn
aber mit
dem wunsch
danach
© schneewanderer
14. März 2023
lebenslauf unvollständig XV
keiner
der die
narben
glättet
der zeit
habe ich
immer
wenig
vertraut
den mut
nehmen
irgendeinen
den ich
mir
finden werde
© schneewanderer
ungereimt
der abstand
von
mensch
zu
mensch
ein wort
denken
ein wort
schreiben
die nähe
muß sich
keinen
reim machen
sie bleibt
unbeschreiblich
© schneewanderer
lautstärke
das ohr
an die welt legen
kein herzschlag
gleicht dem anderen
jeder ton
berührt mich
jede stimme
jedes leben
jedes schweigen
© schneewanderer
13. März 2023
beiläufig
das gewitter
am abend
die alten briefe
in verblassender schrift
meine hand
die zitterte
beim öffnen
die kleine ziege
im stroh
neben meinem bett
die hand auf
meinen lippen
sag nichts
es ist gut
den alten mann
noch einmal aufrichten
ihm sagen
der nächste
der dich hält
ist der tod
sanft
über deine
wimpern
streichen
dich
immer noch
atmen hören
nachts
nach all der zeit
nein
es gibt nichts
wichtigers
© schneewanderer
eindrücklich
der erste schnee
vom himmel
die letzen worte
eines menschen
eine geste
ein ja
ein nein
alles dazwischen
alles davor
© schneewanderer
12. März 2023
falschmeldung
sie sagen
schuld sei
das
denken
dem zuwenig
dem zuvielen
aber das
denken
denkt
nicht
daran
schläft
gerne
länger
ist sicher dabei
weil es weiß
da ist mehr
verläßlicher
als es selbst
© schneewanderer
thin red line
sie hindern
keinen schlaf
diese toten
die jungen
die alten
die
mit dem lachen
dass ich nie erlernen werde
die
mit der trauer
die ich nie erlernen will
all die stimmen
sie sagen nur
das beste über dich
leben
die
auf der anderen seite
dieser
dünnen
roten
linie
© schneewanderer
lesezeichen
in
deine augen
dahinter
wo es
keine regeln
gibt
oder nur
die eine
dort
ist dieses
zeichen
gefühlt
befragt
unscheinbar
gib du ihm
glanz
dem wort
© schneewanderer
11. März 2023
Baiersbronn
höhe
gewonnen
mit dem regen
einsicht
dass
allem anfang
nicht immer
ein ende
gegenüber sitzt
alles gilt es
zu teilen
das brot
die worte
die trauer
über den
toten baum
vor dem haus
die freude
über die lichter
am hang
© schneewanderer
10. März 2023
beizeiten
die namen
ablegen
sämtliche
endlich
einmalig
sie mit
ausdauernder
zärtlichkeit
in einen
wind
werfen
an nichts
mehr
schuld
sein
an
allem
früh
beginnen
damit
weil die
winde
endlich sind
wie alle namen
© schneewanderer
die murg bei gernsbach
unendlich
traurig
deine
armut
im märz
der
alle
himmel
sie sollten
weinen
um
dich
reicher machen
für den sommer
© schneewanderer
menschenfrau
an nichts
gefesselt
verbunden
mit so
vielem
hände
wie das
leben
warm
weich
aber nein
es ist leben
leichtfüßig
an nichts
gebunden
außer an
das leben
für r.
© schneewanderer
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