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mäßiger wind
ein bisschen
guter wille
und eine
gewisse müdigkeit
reichten
dass mir der
kirschbaum
seine blüten
zu füßen legte
nun berühren
meine fußspitzen
wieder
weiss
als ob
das jahr
dem frühling
nicht die
hand reichen will
© Reiner Kranz
eher
ein
rinnsal
es tropft
von der decke
in die nadel
in meiner hand
seit wochen
hält es mich
am leben
dankbar
bin ich
für die
kleinen nadelstiche
die das leben
gegen
den tod
setzt
© Reiner Kranz
den schnee
wieder
auf den
wimpern
zu spüren
heimkehren
ohne
heimat
meine eltern
an die hand
nehmen
ihnen
leise
aber
überzeugend
sagen
ihr lebt
schwer nur
nicht daran
zu denken
vier tage
bevor
erde fällt
auf ein grab
© Reiner Kranz
aufgewachsen
groß geworden
in seinem schatten
wie er nach
licht strebend
die dunkelheit
als treuen begleiter
die stille
kein traum mehr
von dem er mir
erzählt
keine zukunft
das warten
meiner mutter
hat ein ende
meines beginnt
meinem vater
© Reiner Kranz
noch nicht wissen
wie ein kuss schmeckt
blut im mund
wie das meer riecht
die bäume sprechen
der wind
dieses kleine kind
schon alles wissen
in händen hält
keine vorstellung haben
wie meine mutter
mit den totenflecken
im gesicht aussehen
wird
schön
immer noch
wunderschön
das erirnnern
wird mich einholen
je schneller
mein schritt
die neugierde
wie es sein
wird
nach dem
ersten tag
© Reiner Kranz
unter dem dach
des nachbarn
wo gewöhnlich
tauben
den zweig
brechen
mit ihm
immer die ruhe
sitzt der sperber
traurig
über den regen
müde
vom jagen
leise fallen
die worte
es hat ein ende
bald
mit dem
regen
mit dem frieden
© Reiner Kranz
davon stirbt man nicht
die erde wird sich
weiter drehen
morgen ist auch
noch ein tag
die wahrheit
hat eine andere farbe
sehnsucht bringt
dich um
das rotieren
der erde
dieser eine
wunsch
der sich
verweigert
für immer
die wahrheit
birgt dich
vor den tränen
hüllt dich
in einen
wunderbaren
duft
läßt dich
vergessen
erinnert
die nacht
an
den morgen
© Reiner Kranz
ein regenmorgen
beendet
die
anregenden gespräche
mit den ameisen
unter der sonne
das erfreute
erschrecken
über die
heerscharen
von eidechsen
den gewohnten
griff nach
himbeere
und feige
vorbei
der blick
auf kondesstreifen
in einem
überaus
gefälligem himmel
das frösteln
beginnen
in
weiser voraussicht
© Reiner Kranz
nicht weit
genug
ausgeworfen
meine netze
im sommer
nur mäßige bräune
die eidechsen
weniger
zutraulich
die ameisen
sprachen seltener
mit mir
wie mancher
mensch
dieser eine traum
der durch
die masche floh
die nicht
eng genug war
© Reiner Kranz
nicht
dass die
toten
auferstehen
sie bleiben
gäste
nachts
in den
wenigen träumen
nur
dem leben
zuschauen
wie es
weiter geht
vergeht
konnte nie
schritt halten
dennoch
folge ich ihm
wie es
mir folgt
© Reiner Kranz
auf die welt blicken
als gäbe es sie noch
wohlgeformt
ohne makel
sprachlos
längst schon
aufgegeben
schön zu klingen
verständlich
anschmiegsam
die hoffnung
spuren zu
hinterlassen
vergeblich
worte
glätten
keine narben
mit ihnen
müde werden
am abend
bis sie dir
morgens
einen kuss
schenken
© Reiner Kranz
nichts
wächst in
seinem schatten
alles
gedeiht
in
seinem licht
müde
lächelt er
über uns
die wir
meinen
alles
dreht sich
um uns
© Reiner Kranz
soviel
an jahren
so wenig
unübersehbar
deine schritte
deine spuren
ein stück weg
mit gehen
mit meinem
vater
bis es
nicht
mehr geht
© Reiner Kranz
lange her
seit du
das letzte mal
getanzt hast
ein ganzes leben
ein vollkommener tod
kann dich
nie mehr
wecken
aus deinem
kleinen schlaf
leiser geworden
deine stimme
aber immer noch
laut genug
gegen
das vergessen
© Reiner Kranz
so früh im jahr
die sorge
um das wasser
den apfelbaum
preisen
für seinen wuchs
der garten
ein gedicht
besser
als jedes
der eigenen
komm
sonne
kommt
worte
wir feiern
ein fest
© Reiner Kranz
er lernte
schwimmen
in einem meer
aus blut
blieb im dorf
fällte bäume
stellte den
fischen nach
nahm eine
frau aus
der stadt
hörte sich
die klagen
der hebamme an
baute ein haus
fiel tief
erhob sich
geht auf
dieser welt
seit
einundneunzig jahren
sie ging mit ihm
meinem vater gewidmet
© Reiner Kranz
© schneewanderer
der kirschbaum
streckt mir seine
hände entgegen
weiß
zart
zerbrechlich
wiederkehrendes
versprechen
der vergänglichkeit
dieses eine mal
den blüten
vertrauen
dem baum
der erde
mir
© Reiner Kranz
nur dieses eine mal
der schwerkraft
entsagen
dauerhaft
leicht
unüberlegt
die spatzen
werden
kurz verstummen
die tauben
mich ignorieren
der sperber
mich akzeptieren
neben sich
die erde
mir fremd
schnell
überfällig
endlich
© Reiner Kranz
leicht
könnte er
werden
wie der
kleine vogel
morgens
im frost
noch
unterwegs
zaghaft
aber die
leichtigkeit
trägt nicht
meinen namen
nicht immer
die hand ausstrecken
den kleinen finger
dem tag entgegen
diesem
kleinen vogel
© Reiner Kranz
was gewesen ist
was sein wird
das mögliche
das erhoffte
das unverhoffte
immer wieder
diese reise
nah am abgrund
weit entfernt
von der angst
das ziel
schon lange
hinter mir
die hoffnung
neben mir
© Reiner Kranz