7. April 2016

altes dach




inzwischen
spürst du
sogar die
krähen
wenn sie sich
versammeln
dir das moos
vom rücken
zu hacken

so viele narben
nach der zeit
durch sie

manchmal am morgen
höre ich dich jammern
komm endlich sturm
nimm mich mit


© schneewanderer



trainee




von hier
von uns
aus

dieser
welt

werden
sie dich
in eine
andere
schicken

leiser
als diese

sie geben dir
ein paar
lügen mit
die bleibende
erinnerung
an staub


© schneewanderer



5. April 2016

tagebuch




wenn
regen
traurig
sein darf
diese freiheit
nahm er
sich heute

ohne rücksicht
auf das
versprechen
abgelegt
am sonntag

ungeduldig
seither
aber die
jahreszeiten
sind taub

vieleicht kitzle
ich ihn
den frühling
mit einem
rosaroten zweig
der zierkirsche

wehe euch
keiner lacht
außer ihm


© schneewanderer


4. April 2016

bisher




ein paar mal
notwendigem
ausgewichen
ansonsten
dahin gegangen

wo es
weh tut
unbewußt
wäre zu einfach
als grund

dort
will ich
wurzeln
mein sein
gründen
in fragen

immer
eine
mehr
als die
antworten


© schneewanderer



aprilfrische




bärlauch
ein meer
für die nase
fichtenstangen
die den vollernter
kaum lohnten

irgendein
lebewesen
wird sich
verletzten
an diesem
rostigen
verbeulten
eimer

fast schon
überwuchert
das grün
möge gewinnen
für immer
überall


© schneewanderer



2. April 2016

ahnung




einmal war
stille um mich
als ich am
lautesten schien

damals als ich
keine ahnung hatte
was stille sein kann

wichtig

wenn man aus ihr
heraus treten kann

vorher etwas
gesagt hat

kaum vernehmbar
aber es war da
dieses da sein
in mir


© schneewanderer



1. April 2016

reduziert




mich
beschränkt
heute
auf ein
paar wage
aussichten

frühling
der sich
übergangslos
dem sommer
ergibt
hingibt

unterm
apfelbaum
dem gedicht
entgegen liegen
bis es mich
weckt sonntags

ans licht
aus dem
schweigen
treten wir dann
verschlafen beide

nie wacher


© schneewanderer